27. Januar

Seit 1996 wird in Deutschland am 27.01. den Opfern des Holocaust gedacht. Seit 2005 wird, durch die UNO, am 27.01. der internationale Holocaust Gedenktag begangen. 76 Jahre danach leben nicht mehr viele Zeitzeugen. Die Zeit des Friedens in Deutschland wird von Jahr zu Jahr eine längere und die Zeit des Holocaust liegt von Jahr zu Jahr immer weiter in der Vergangenheit. Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen, die uns berichten können, was damals vor sich ging und welche unmenschlichen Taten in den Konzentrationslagern und darüber hinaus begangen wurden.

Die Verleugnung von Menschen, dass es den Holocaust überhaupt gegeben hat und die Verharmlosung der Geschehnisse nehmen zu. Beschämend!

Antisemitismus, Diskriminierung und Hass nehmen zu. Beschämend!

Menschen fangen an sich mit Freiheitskämpfer*innen aus dem Nationalsozialismus zu vergleichen.  Die Ernsthaftigkeit scheint zu schwinden. Beschämend!

Wie gut ist die immer größer werdende Zeit des Friedens in Deutschland? Frieden ist wertvoll, wir müssen alles dafür tun, um ihn zu erhalten. Wir müssen alles dafür tun, ihn auf der Welt zu verbreiten.

Oftmals gibt es die Anmerkung, dass es langsam reiche das Erinnern an den Nationalsozialismus, schließlich seien wir doch heute nicht mehr Schuld, daran, was damals passierte.

Schuld sind wir nicht an dem, was damals passiert ist. Aber, wir haben die verdammte Verantwortung, dass so etwas wie im Nationalsozialismus, nicht wieder passiert. Wir haben die verdammte Verantwortung und Pflicht, dass wir laut werden, wenn uns Antisemitismus und Ungerechtigkeit begegnen!

Zugegeben: Ob ich im Nationalsozialismus laut geworden wäre, gegen das, was an unmenschlichen Taten vollbracht wurde, kann ich nicht sagen. Ich vermute nein. Ich weiß nicht, ob ich mutig genug gewesen wäre, mein Leben in Gefahr zu bringen, um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.
Aber ich weiß, dass ich heute etwas sagen kann, gegen Antisemitismus und Ungerechtigkeit. Mir wird heute nicht allzu viel passieren, wenn ich anderen Menschen helfe, sich zu wehren. Es ist meine Pflicht, damals wie heute, etwas gegen Ungerechtigkeiten und Antisemitismus zu machen, dagegen vorzugehen und Menschen, die davon betroffen sind, zu helfen.

Wir dürfen das Erinnern an den Holocaust nicht vernachlässigen, geschweige beenden. Nur wenn wir es schaffen, die Erinnerung und die Ernsthaftigkeit des Ganzen zu erhalten und in den Köpfen aller Menschen zu verankern, nur dann haben wir die Chance, dass so etwas nicht wieder passiert, so lange wie wir aktiv bleiben.

Ich möchte den 27.01.21 zum Anlass nehmen, euch aufzufordern aktiv zu Gedenken und aktiv Einzuschreiten, gegen Antisemitismus, Ungerechtigkeit und Diskriminierung.

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2 comments

  1. Gut gesprochen Fabian! Doch leider kann einem heutzutage doch wieder was passieren, wenn man gegen Antisemitismus, Rassismus und Nazis in moderner Verkleidung aufsteht und laut wird. Aber genau das sollte einen nicht davon abhalten!

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    1. Da hast du recht, aber es gibt heute einen anderen gesellschaftlichen Rückhalt, gegen die Täter*innen würde vorgegangen werden.

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