Herber Rückschlag für die Rechte von Kindern

Sichtlich enttäuscht teilte Justiz- und Familienministerin Christine Lambrecht mit, dass die große Koalition die vereinbarte Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz in dieser Legislatur nicht umsetzt.

Sie sprach weiter im Interview von einer „historischen Chance“, da eine Einigung zum Greifen nah war.

Ich bin ratlos und auch sehr verärgert, wenn ich diese Zeilen lese. Die Ampel stand auf grün und nun Vollbremsung, alles gestoppt, anscheinend wegen Detailfragen, die nicht gehört werden konnten.

Was für ein wichtiges Signal für die Kleinsten unserer Gesellschaft wäre diese Implementierung der Kinderrechte im Grundgesetz gewesen?

Es wäre ein so bedeutendes Signal auch Schutz der Kinder gewesen und das in einem Land wie Deutschland, in dem laut Aussage von Unicef im Jahr 2019 1,48 Millionen Kinder unter 16 Jahren von Armut betroffen sind. Das entspricht einer Armutsgefärdungsquote von 12%.

In einem Land, in dem die gerade erst vor kurzem veröffentlichte Kriminalstatistik sehr deutlich macht wie gefährdet Kinder hierzulande sind.

Die Zahl beim sogenannten sexuellen Missbrauch stieg gegenüber dem Vorjahr um 8,96% an (von 14.606 auf 15.936 Fälle), die der Vergewaltigungen sogar um 19,9% (von 179 auf 218 Fälle). Und das ist leider nur das Hellfeld. Das Dunkelfeld bewegt sich zwischen 10 bis 40mal so hoch.

Zwei tote Kinder pro Woche in Deutschland durch Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung – und das seit Jahren sind für mich mehr als eine Aufforderung stärkere Schutzmechanismen für Kinder in Deutschland zu verankern.

Und dann schafft es die Koalition nicht über ihren Schatten zu springen und Detailfragen auf einen gemeinsamen Konsens zu bringen? 

Ich weiß, dass diese Implementierung der Kinderrechte rein gar nichts an eben genannten alarmierenden Zahlen ändert. Aber für mich wäre dieser Schritt mehr als Symbolpolitik gewesen.

Foto: Farina Köpke

 „Eltern sind das Lebensschicksal ihrer Kinder“. Diesen Satz hörte ich in meiner Weiterqualifizierung zur Insofern erfahrenen Kinderschutzfachkraft sehr häufig. Aber ich möchte ihn erweitern. Wir alle sind das Schicksal von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Wir tragen eine gesellschaftliche Gesamtverantwortung.

Ich hoffe sehr, dass mit der anstehenden Bundestagswahl dieses Fehlverhalten schnell ausräumt wird zum Schutze unserer Kinder.

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