Macht zu teilen ist wie eine Torte zu teilen

Wer bekommt welches Stück – und warum?

Die Werktagung „Kirche mit Kindern“ stand ganz im Zeichen der Beteiligung von Kindern – in Kita und Gemeinde, in Kindergottesdienst und weiteren Bereichen der kirchlichen Arbeit mit Kindern. Vom Eröffnungsgottesdienst, über die Themenwoche mit 22 Workshops bis hin zur visionären Schlussveranstaltung mit Gastreferentin Ariane Hoppler aus dem englischen County Norfolk. Eines wurde immer wieder deutlich: Die Sichtweisen, Meinungen und Ideen von Kindern sind bzw. können ein wahrer Schatz für das Leben der Kirche sein.

Das brachte auch eine von Bremer Kindern entworfene „Macht-Torte“ zum Ausdruck. Außen eher schlicht – innen bunt wie ein Regenbogen. Mit zwei Stockwerken und voller Überraschungen, mit Himbeeren und Goldglitzer. Und einer Wimpelkette, auf der zu lesen war: Glück & Frieden!

Was bleibt von der ersten digitalen Werktagung „Kirche mit Kindern“?

Das Motto „Macht mit Kindern teilen“ lässt sich als Wunsch und als Auftrag an die kirchlichen Mitarbeitenden und Verantwortungsträger*innen lesen. Darauf wies Ariane Hoppler hin, die in ihrem Impuls Kernpunkte der kommunalen Beteiligungsarbeit des Countys Norfolk vorstellte. Die Kinderrechte (UN Kinderrechtskonvention von 1989) seien als rechtliches Regelwerk etabliert. Mitarbeitende und Leitungsverantwortliche würden in Aus-, Fort- und Weiterbildungen sensibilisiert und geschult. Sie ermöglichten vielfältige Methoden zur Beteiligung und Aktivierung von Kindern. Und sie veränderten Organisationsstrukturen dahingehend, dass die dem Alter der Kinder methodisch angemessene Anhörung, Mitbestimmung und Mitwirkung von Kindern selbstverständlicher Teil von Entscheidungsfindungen werde.

Vielfach wurde klar: die Beteiligung von Kindern jeglichen Alters erfordert ein klares Ja der erwachsenen Mitarbeitenden und Entscheidungsträger*innen und eine kontinuierliche Reflektion der eigenen Haltung von Erwachsenen. Denn nicht jede*r sehe auf Anhieb den Reichtum und Gewinn, den die Beteiligung von Kindern für die eigene Einrichtung, Kirchengemeinde oder die Gesamtkirche bedeuten könne.

Vernetzung von kinderbezogenen Arbeitsbereichen

Rund einhundert ehrenamtliche und berufliche Mitarbeitende aus Bremer und Oldenburger Kirchengemeinden, Kindergärten und Kreisjugenddiensten gingen in den Veranstaltungen den Rechten der Jüngsten auf den Grund. Außerdem nahmen etliche Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Ein erfreulich einfaches, gegenseitiges digitales „Über-den-Tellerrand-schauen“, das von vielen Teilnehmenden wertgeschätzt wurde.

Die dritte Werktagung war nach 2013 und 2017 eine Kooperation der Fachstellen für Kindergartenarbeit, Kindergottesdienst und Arbeit mit Kindern der Ev.­-Luth. Kirche in Oldenburg und der Bremischen Evangelischen Kirche. Der Kindergottesdienst zur Eröffnung der Tagung, ein digitaler Marktplatz voller kreativer Ideen und Impulse, sowie die Schlussveranstaltung stehen weiterhin auf der Website www.werktagung.de zur Verfügung. 

Am Thema dranbleiben

Das Thema Beteiligung von Kindern liegt vielen Teilnehmenden am Herzen. Sie wollen dranbleiben und ihre eigene Arbeit mit Kindern weiter hinterfragen und in Richtung breiterer Beteiligungsmöglichkeiten weiterentwickeln. Das Orgateam der Werktagung erwägt eine Fortsetzung des angestoßenen Austausches.

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